01.


Wann ist ein Wille frei, was ist ein freier Wille?


1.


Zunächst:

Ein Wille ist dann frei, wenn er durch das Subjekt selbst verursacht wird.
Wenn also ich es bin, der etwas will.

Im Umkehrschluss wäre ein Wille dann nicht frei, wenn nicht ich die Ursache meines Willens wäre, sondern jemand oder etwas anderes steuern würde, was ich will.
Wenn ich also eine Marionette an unsichtbaren Fäden hängend wäre.

Ein unverursachter, daher rein zufälliger Wille, der nicht auf mich selbst zurück geht, wäre nicht mein Wille und damit wäre die Bezeichnung „frei“ nicht zutreffend.


2.


Aber:

Ein Wille kann durch mich verursacht, aber indeterminiert oder determiniert sein.

Determiniert bedeutet, dass man, wenn man die Gründe des Wollenden kennen würde, den Willen eines Menschen vorhersagen könnte.

Indeterminiert bedeutet, dass es keine Gründe dafür gibt, warum jemand etwas will.
Ein solcher Wille wäre bedingt zufällig, geht daher auf mich zurück, ist aber nicht durch mein Selbst bedingt.


3.


Zusätzlich:

Wenn ich etwas will, aber an der Ausführung meines Willen gehindert werde, dann habe ich keine Handlungsfreiheit diesbezüglich.
Ein Beispiel wäre ein Kind, welches auf die Straße rennen will, aber von der Mutter aufgehalten wird – oder ein Verbrecher, dem man Handschellen anlegt.


4.


Folglich:

Ein indeterminierter Wille hätte zur Folge, dass man erstens selbst nicht einschätzen könnte, was man als nächstes will, und zum anderen, dass niemand anderes einschätzen könnte, was jemand will.

Ein determinierter Wille hätte zur Folge, dass man in etwa einschätzen kann, was man will, und dass andere Menschen in etwa einschätzen können, was man will.


5.


Probleme:

Wenn der Wille indeterminiert wäre, dann gäbe es so etwas wie Charakter oder Wesen nicht – niemand könnte einen anderen Menschen kennen und man würde sich selbst auch nicht kennen.
Jemanden kennen bedeutet hier nicht, dass man immer weiß, was jemand will, aber doch in etwa einschätzen kann, was jemand will und wie er sich verhalten wird.

Wenn der Wille determiniert ist, wie kann er dann trotzdem frei sein?
Dies erscheint zunächst widersprüchlich – ist es jedoch nicht, denn der Wille geht ja erstens auf mich selbst zurück und zweitens wird er bedingt durch meinen Charakter, daher durch bewusste und unbewusste Gründe meines Wollens.


6.


Unschärfe:

Der Mensch im Alltag handelt oft unbewusst oder nicht rational.

Wenn er unbewusst handelt, kann es sein, dass er seinen verinnerlichten Grundsätzen folgt, oder dass er durch etwas anderes – z.B. Propaganda, Werbung oder andere Manipulationen – beeinflusst ist.
Wenn er bewusst handelt, dann kann es trotzdem sein, dass er irrational handelt, wenn er daher unvernünftig ist.
Ebenso kann der Mensch durch seine Triebe, Schmerzen, Gefühle etc. beeinflusst sein.

Im Alltag ist der Mensch daher immer nur in einer Hinsicht frei, nämlich dahingehend, dass er keine völlig fremdgesteuerte Marionette ist.
Er ist aber nicht immer dahingehend frei, dass er nur das will, was seinem Charakter entspricht.
Es gibt hier also eine Unschärfe unseres Wollens, was dazu führt, dass es Abweichungen in unserem Verhalten gibt.


7.


Rekursiv:

Ich gehe im weiterem davon aus, dass der Wille frei und durch das Wesen/Charakter eines Menschen bestimmt ist - daher determiniert ist.
Der Mensch ist wankelmütig, er trifft nicht immer die gleichen Entscheidungen, denn er lernt aus den Konsequenzen seiner Handlungen und er formt seinen Charakter.
Er wird also durch sein Wesen/Charakter bestimmt und ist aber dennoch in der Lage auch sein Wesen zu beinflußen.
Es gibt hier eine wechselseitige/rekursive Beziehung. Diese ermöglicht es, dem Menschen Grundsätze etc. zu verrinnerlichen.
Das, was man verinnerlicht bestimmt unser Wesen/Charakter. Es ist daher im Leben von hoher Bedeutung innezuhalten und darüber nachzudenken, was für ein Mensch man sein möchte und dann daran zu arbeiten, dass man sich entsprechend entscheidet/verhält und ändert.


8.


Erlösung:

Es ist wohl sicher, dass es im Himmel keine Sünde gibt. Weder die Menschen noch die Engel, die im Himmel sind, können noch sündigen. Dennoch sind sie keine Marionetten Gottes, denn dann würde der Verweis auf den freien Willen nirgends Sinn machen.
Damit aber etwas frei sein kann und dennoch keine Sünde begehen kann, muss es einen unveränderlichen Willen besitzen und dieser muss stets auf das Gute ausgerichtet sein. Damit ein Mensch nur das Gute will, muss er zuvor vom Bösen gereinigt sein. Darin sehe ich die Gnade Gottes, dass er gemäß unserer Entscheidung uns vom Bösen in uns selbst befreit. Und das ist eine Härte für uns.
Röm 7,18 "Ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist bei mir vorhanden, aber ich vermag das Gute nicht zu verwirklichen."

02.

Gesetz



Ohne Gesetz gäbe es kein von Gott unabhängiges Sein.
Sowohl Naturgesetz als auch moralisches Gesetz gehen zurück auf Gott.
Die Natur, die Materie lassen sich reduzieren auf Gesetze.

Für sich betrachtet haben Gesetze keinen Sinn oder Zweck. Man denke sich Gesetze, die sich auf sich selbst beziehen und nichts weiter.

Für das Bewusstsein haben die Gesetze einen Sinn, denn für das Bewusstsein bestimmen die Gesetze den Raum, in dem es wahrnehmen und handeln kann.

Ohne Gesetze gäbe es keine Tätigkeit, denn zur Tätigkeit gehört eine Beziehung zwischen Subjekt und Objekt. Die Art der Beziehung muss bestimmt sein und damit steht ein Gesetz.

Von der Ewigkeit her gibt es nur ein Gesetz und der Heilsplan ist vollbracht.
In der Zeit hat der Heilsplan eine Geschichte. Mit Jesus kam die Gnade, die sich auf alles erstreckt, auf Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft.

Dem Gesetz nach sind wir alle Sünder. Wir bedürfen der Gnade, die nicht geschuldet, sondern gewährt wird, womit die Gnade nicht vom Mensch erwirkt, sondern von Gott gegeben wird.

Durch das Gesetz ist unsere Beschaffenheit, unsere Welt und die Art unserer Errettung bestimmt.
In Bezug auf Gott bleibt uns nur das Vertrauen darauf, dass durch Jesus die Erlösung gewährleistet ist.
Dies ist das Evangelium, daher die frohe Botschaft von der Erlösung.

03.

Bewusstsein & KI



Ob andere Menschen ein Bewusstsein haben und ob wir anderen Lebewesen wie Tieren und Pflanzen ebenfalls ein Bewusstsein zugestehen, hängt von der Kultur ab.
Die Zuweisung eines Bewusstseins basiert dabei auf einem Analogie-Schluss – man geht davon aus, dass etwas ein Bewusstsein hat, weil es sich analog zu einem selbst verhält.
Selbst etwas, was sich nicht direkt analog zu uns verhält, jedoch eine hinreichende Ähnlichkeit besitzt, kann im Zuge eines gesellschaftlichen Prozesses als Bewusstsein anerkannt werden.
Bei der KI wird dies aber nicht unbedingt der Fall sein, weil es kulturelle Strömungen in der Gesellschaft gibt, welche die Vorstellung, dass ein „Toaster“ wirklich ein Bewusstsein haben könnte, für grundsätzlich absurd halten.

Es ergeben sich aber auch andere Probleme bezüglich der starken KI.
Um Bewusstsein künstlich schaffen zu können, müsste man erst einmal wissen, wie es entsteht.
Da gibt es nur wenig erfolgversprechende Ansätze:


1.


EMERGENZ

Wenn man eine bestimmte Komplexität eines Computersystems erreicht, dann bildet sich Bewusstsein, wobei sich das Bewusstsein dann nicht auf die Eigenschaften der Einzelkomponenten und physikalische Gesetzmäßigkeiten zurückführen lässt. Quasi eine „magische“ Schöpfung etwas gänzlich Neuem und Anderem, durch eine hinreichend ähnliche Anordnung verschiedener Komponenten.
Das hat dann etwas von Alchemie und Signaturenlehre.
Dies setzt aber voraus, dass ich Bewusstsein nicht durch Simulation schaffen will, daher nicht durch Nachahmung eines Verhaltens, sondern durch Nachahmung der Beschaffenheit! Gelänge dies jedoch, so wäre dies der überzeugendste Nachweis für die Möglichkeit, Bewusstsein künstlich schaffen zu können.
Trotzdem wenig wahrscheinlich.


2.


ELIMINATIVISMUS

Die starke KI existiert bereits jetzt, schon ein Thermometer besitzt dieses in Ansätzen. Bewusstsein ist dann nur ein Begriff für ein autonom interagierendes System. Wenn sich Computer so verhalten, als hätten sie ein Bewusstsein, dann haben sie auch eines.


3.


REDUKTIVER PHYSIKALISMUS

Eine reduktive Herleitung des Bewusstseins ist bisher nicht gelungen und es ist bisher auch noch nicht einmal denkbar, wie diese gelingen soll (Qualia-Problematik).

Weiß man, wie Bewusstsein entsteht, kann man es eventuell auch künstlich hervorrufen, wobei man dies im Sinne eines wissenschaftlichen Nachweises gar nicht wissen kann, da es sich um eine philosophische Deutung handelt.
Wie die Prämisse, so fällt dann der Schluss aus.

04.

Der Mensch und die Sünde


Jeder Mensch ist ein Sünder. Die Menschheit ist eine Gemeinschafft der Sünder.
Der Mensch hat in dieser Welt gar nicht die Möglichkeit nicht zu sündigen.
Wir sind geprägt durch die Sünden der Menschheit der Vergangenheit, denn wir übernehmen die Traumata der Familie, der nationalen und kulturellen Geschichte, die Vorurteile, die Irrtümer der Sitten, den Hass etc. und wir geben diese auch weiter an die Menschen die nach uns kommen. Keine Familie, keine Gemeinschaft hat bestand, ohne kleine Lügen, ohne Priorisierung der Interessen auf Familie, Gemeinschaft und Nation.Des Schrift nach soll des Menschen Rede sein:
"Eure Rede aber sei: Ja! Ja! Nein! Nein! Was darüber ist, das ist vom Übel." (Matthäus 5,37)
Dies bedeutet, dass der Mensch nicht mehr behaupten soll, als er kann, aber auch, dass er wahrhaftig sein soll, denn wenn er mit "Ja" oder "Nein" auf eine Frage antworten kann, dann soll er auch mit "Ja" oder "Nein" antworten und nicht mit Relativierungen oder Ausflüchten.Wahrhaftigkeit ist eine stets unterschätzte Eigenschaft. Klar zu artikuieren wo man steht, damit der andere weiss, warum jemand das sagt, was er sagt und gleiches Maß anzulegen, daher nicht bigot zu sein, dies ist Ausdruck von Wahrhaftigkeit.Daher, nicht zu schwören oder zu versprechen, sondern stattdessen die ehrliche Absicht des Bemühens fassen und artikulieren. Wir wissen wenig aber behaupten dennoch Dinge. Wir sündigen fortwährend mit Wort und Tat und können dies auch nicht (völlig) vermeiden.Jeder Mensch ist ein wenig eitel, eine wenig gierig, ein wenig triebhaft, es ist kein Mensch ohne Sünde, weder Maria, weder die Heiligen, weder die Apostel.Es ist auch nicht gut für den Menschen, wenn er versucht jede Sünde zu vermeiden. Besser ist es für den Menschen, wenn er danach strebt das Gute zu tun.
Die Beschäftigung mit der Sünde ist schlecht, die Beschäftigung mit dem Guten ist gut.
Das Sakrament der Beichte hilft dem Menschen mit der begangenen Sünde abzuschließen, damit er offen für die Beschäftigung mit dem Guten bleibt/wird.
Kein Mensch kann wissen, ob er wirklich im Inneren gut ist, denn der Mensch kann seine Inneres nicht betrachten. Der innere Mensch ist uns verborgen.Das Thema des inneren Menschen findet man bei Paulus, Tarkovsky und bei Fichte, vermutlich auch noch in anderen philosophischen Betrachtungen.Bei Paulus finden wir:
"18 Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt[3]; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten nicht.
19 Denn das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.
20 Wenn ich aber das, was ich nicht will, ausübe, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die in mir wohnende Sünde.
21 Ich finde also das Gesetz, dass bei mir, der ich das Gute tun will, (nur) das Böse vorhanden ist.
22 Denn ich habe nach dem inneren Menschen Wohlgefallen am Gesetz Gottes. 3 Aber ich sehe ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das dem Gesetz meines Sinnes[4] widerstreitet und mich in Gefangenschaft bringt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist.
24 Ich elender Mensch! Wer wird mich retten von[5] diesem Leibe des Todes? –
25 Ich danke Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! Also diene ich[6] nun selbst mit dem Sinn[7] dem Gesetz Gottes, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde."
(Römer 7,19)
Obwohl der Mensch sündigt, kann er dennoch das Gute anstreben. Das wir also allzeit nicht resignieren, weil wir ja noch sündigen, sondern weiter nach dem Guten streben, ist das einzige was wir tun können und das einzige was wir wissen können, ist, das die Gnade Gottes da übergroß ist, wo die Sünde übergroß ist:
Selbst wenn wir nicht wissen, ob wir das Gute seiner selbst wegen wollen, ist dies die einzige Möglichkeit des Menschen den Heilsplan und Gottes Willen zu bejahen.
Die Frage, ob man das Gute deswegen tut, weil man sich dabei gut fühlt oder ob man es um seiner selbst willen tut, bringt den Menschen nicht weiter, die Entscheidung für das Gute, ist dass, was getroffen werden soll/muss.
Selbst wenn wir durch unseren Willen also nicht direkt sicherstellen können, dass wir damit das Heil erlangen, wir uns also nicht selbst erretten können, bleiben wir moralisch verpflichtet.
Die Unfähigkeit des Menschen sein Heil selbst zu erwirken, da kein Mensch vor dem Gesetz als Gerechter bestehen kann, ist aber nur die eine Seite, die andere Seite ist, dass wir auf Gottes Gnade vertrauen können, der uns erretten will."Das Gesetz aber ist hinzugekommen, damit die Übertretung mächtiger werde; wo jedoch die Sünde mächtig wurde, da ist die Gnade übergroß geworden.
Röm 5,21 Denn wie die Sünde herrschte und zum Tod führte, so soll auch die Gnade herrschen und durch Gerechtigkeit zu ewigem Leben führen, durch Jesus Christus, unseren Herrn."
(Römer 5,20)
Auf die Frage, wie den überhaupt ein Mensch gerettet werden kann, wenn niemand gut ist, außer Gott selbst, antwortet Jesus:"Wiederum aber sage ich euch: Es ist leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr eingehe, als [daß] ein Reicher in das Reich Gottes [eingehe]. 25 Als aber die Jünger es hörten, waren sie sehr erstaunt und sagten: Wer kann dann errettet werden? 26Jesus aber sah sie an und sprach zu ihnen: Bei Menschen ist dies unmöglich, bei Gott aber sind alle Dinge möglich.
(Mathäus 19.24)
Im Grund bedeutet dies auch, dass Jesus als unverklärter Mensch auch nicht gut war, denn dies verneint er ja hier selbst. Auch hätte er nicht in der Wüste versucht werden können, wenn er nicht grundsätzlich versuchbar gewesen wäre. Das er sich nicht hat versuchen lassen, sondern den schmerzhaften Heilsweg bejaht hat, war seine freie Entscheidung.

5.

Sprache


Sprache ist eine Aneinanderreihung von Lauten.
Sie ist eine Form in der wir unsere Gedanken fassen, sie ist aber auch eine Form in der wir diese Gedanken mitteilen.
Der Mensch denkt jedoch nicht immer in der Weise wie er spricht oder schreibt, sondern nur wenn er bewußt über eine Sache nachdenkt. Bevor er über eine Sache nachdenkt, muß ihm diese durch einen inneren oder äußeren Anreiz bewußt werden.
Je nach zeitlichen Abstand der Aufeinanderfolge von Lauten, unterschiedlicher Betonung und Zusammensetzung derselben, kommt jedem Laut, oder Lautgruppen eine andere Bedeutung zu.
Die Schrift besteht im allegemeinen aus optischen und sensorischen (Blindenschrift) Symbolen. Diese Symbole stehen für Laute.Vor dem Wort ist der Gedanke.Oft haben wir ein Gedanke der in sich abgeschlossen und stimmig erscheint, wenn wir aber versuchen ihn niederzuschreiben oder auszusprechen, haben wir Schwierigkeiten ihn befriedigend zu formulieren.
Als Gedanke in sich geschlossen, erscheint er uns nun ungenau und unstimmig.
Wir haben die Gedanken zunächst nicht in der Form von grammatischen Sätzen, sondern ungeformt, als Gebräu aus un- , halb- und vollbewußten, aber dennoch als ein in sich stimmiges Ganzes.
Das Bewußtsein erschöpft sich nicht in der Sprache, die Sprache ist ein Akt des Bewußtseins. Indem ein Gedanke nun sprachlich formuliert wird, verliert er an Geschlossenheit.Der Gedanke entspringt den Untiefen der Phantasie, der Kreativität, der Intuition, dem Unbewußten.
Bevor er aus dem Dunklen emporsteigen kann, mußte jedoch zuvor im Lichte des bewußten Denkens ein Anreiz gegeben worden sein.
Der Gedanke als Ganzes kann annäherungsweise vermittelt werden, wenn es gelingt diesen dem Gesprächspartner durch Beschreibungen näherzubringen.
Die Aufgabe der Sprache liegt in der Vermittlung der Gedanken. Und die Kunst dieser Vermittlung ist die Rhetorik.
Vom moralischen Standpunkt aus betrachtet, sollte die Rhetorik nicht die Überzeugung oder Beeindruckung des Gesprächspartners zum Ziel haben, sondern die möglichst genaue und verständliche Übermittlung von Gedanken.Der Gedanke wird formuliert zur Aussage, die Aussage wird formuliert in Sprache, aus der Sprache wird die Aussage herausgeformt, die Aussage soll den Gedanken erzeugen (nicht übertragen, dies wäre höchstens durch Telepathie möglich).Jeder diese Schritte kann nun eine Quelle von Fehlern und/oder von Irrtümer sein. Fehler können durch Unachtsamkeit und/oder Ungenauigkeit beim formulieren aber auch beim herausformen entstehen, sie betreffen die Bildung der Form.Irrtümer können durch Unachtsamkeit und/oder Ungenauigkeit bei der Interpretation entstehen, sie betreffen die Erfassung des Inhaltes.Ein Satz hat eine Form und eine Bedeutung. Die Form eines Satzes wird durch die grammatischen Regeln festgelegt.
Die Form eines Satzes ist die Syntax. Entspricht die Syntax eines Satzes den grammatischen Regeln, so ist der Satz richtig formuliert, entspricht sie diesen nicht, so ist er falsch formuliert.
Die Bedeutung eines Satzes ist die Aussage. Die Aussage eines Satzes ist immer entweder wahr oder unwahr.
Jede Aussage beansprucht für sich wahr zu sein - selbst die des Lügners, er will das ihm geglaubt wird, obwohl er die Unwahrheit seiner Aussage kennt.
Wahrheit selbst läßt sich nicht defininieren - jede Definition derselben, setzt bereits voraus, was erst bewießen werden soll.

6.

Das Gewissen

Ausgehend von diesem Link, auf den ich kürzlich beim Stöbern im Internet gestoßen bin, habe ich mir einige Überlegungen zum Gewissen, zur Unsterblichkeit und Individualität gemacht:http://www.sgipt.org/forpsy/gewtyp0.htm1. Gewissens-Minderung: zu wenig oder keine Gewissensbildung.2. Gewissens-Abweichung: andere Gewissensbildung:3. Gewissens-Abwehr durch Abwehr- bzw. Neutralisationsmechanismen4. Abwehr-Sonderfall Motiv-Abspaltung: Motivverleugnung durch Abspaltung.Unter Gewissens-Minderung wird folgendes verstanden:Zitat
Solche Gewissensbildungs-Störungen können sowohl aus Störungen im affektiven Bereich (mangelnde Fühlfähigkeit [= Alexithymie], zu flache oder zu schnelle affektive Prozesse), aus Störungen im kognitiven Bereich (mangelhafte Erkenntnis- und Bewertungsfunktionen) wie auch aus unzulänglicher Gewohnheitsbildung oder fehlender regulierender Erfahrung oder Umwelt entstehen und verstanden werden.
Diese Minderungen resultieren daher aus einer Einschränkung der Empfindungs- oder Erkenntnisfähigkeit.Nun kann man Gewissen dadurch erklären, daß es eine metaphysische Entität gibt, die wir als Gewissen bezeichnen. Was man dann darunter zu verstehen hätte, müßte dann noch genauer betrachtet werden, oder eben nach einer naturalistischen Erklärung gesucht werden.Grundsätzlich muß man aber dabei beachten, daß man etwas nur dadurch als moralisch begründen kann, wenn man die Möglichkeit der Kategorie Moral bereits voraußsetzt.Das bedeutet, man kann Moral nicht dadurch definieren, daß man sagt, daß etwas gut sei, weil XYZ. Definiert man das Gute allein dadurch, daß etwas dem Willen eines Gottes entspricht oder daß es etwas Naturalistischem entspricht, so landet man in einem infiniten Regreß. Das Gute ist gut, weil Gott es will und Gott ist gut, weil er das Gute will oder etwas ist deswegen gut, weil es vernünftig ist und was vernünftig ist, das ist gut.Wenn man dagegen sagt, daß etwas gut sei, weil dies einem empirischen Fakt enstpricht, so begeht man einen naturalistischen Fehlschluß. Denn ein empirischer Fakt wird erst dadurch zu etwas moralischem, daß es moralisch bewertet wird.Es bleibt einem gar nichts anderes übrig, als die Moral metaphysisch zu begründen und zwar basierend auf dem Gewissen, wenn man die Moral nicht ad absurdum führen möchteNun ergeben sich bei einem metaphysisch verstandenen Gewissen zwei Möglichkeiten:1) Ob das Gewissen eine universale Wahrheit darstellt, die bei allen gleich vorhanden ist und nur beschränkt wird durch die "Gewissens-Minderung". Wobei diese dann durch die Konstitution des Leibes bedingt ist - eben die Konstitution des Gehirns und Prägung desselben durch Sozialisation.2) Oder ob das Gewissen nur eine begrenzte Einheit einer universalen Wahrheit darstellt, die im unterschiedlichen Umfange bei den Menschen verteilt ist und dann begrenzt wird durch die "Gewissens-Minderung".Wenn man nun den Satz für wahr befindet, daß der Mensch sich um so freier fühlt und seinem Selbst am meißten entspricht, wenn er gut handelt - was meines Erachtens eine Erfahrung ist, die jeder an sich selbst überprüfen kann - dann gäbe es für alle Menschen den gleichen idealen Menschen, dem er sich annähert.Als Ziel gäbe es für 1) dann eine Identität, die von allen angestrebt würde, die eine Individualität nur in dem Maße einen Spielraum läßt, insofern die Annäherung an dieses ideale Selbst nie vollkommen erreicht würde.Für 2) wäre es dann die Identität mit dem, was an Potential mit der Schöpfung unseres Seins gegeben wurde. Das Ziel unseres Seins wäre daher die Identität des empirischen Menschens mit seinem Ideal.Die Frage des Gewissens wäre also in dieser Hinsicht klar umrissen.Die Frage nach der Individualität wird dann in Folge dadurch bestimmt, was wir als Bestimmung des Menschen hinsichtlich des Gewissens betrachten.Die Frage nach der Ewigkeit würde bei 1) so aussehen: Des Menschen Leben ist ein Streben danach, sich nach Gott auszurichten, der Mensch findet seinen Platz, in dem er die Wahrheit Gottes in der Weise schaut, wie er sich ihr in seinem Leben angenähert hat.Die Frage nach der Ewigkeit würde bei 2) so aussehen: Des Menschen Leben ist sein Streben nach dem Einklang mit seinem inneren Menschen.Drei Alternativen zu diesen Gedanken:1) Der Mensch ist ausgerichtet in einem Gehorsam auf Gott. Das Gewissen ist nichts anderes als das Wissen um den Willen Gottes, dessen einzige Autorität aus der Erhabenheit der Gottheit selbst entspringt.Wenn der Mensch aus Glauben gehorsam ist und Gutes tut, weil er Strafe fürchtet und nach Belohnung im Himmelreich strebt, so handelt er doch gemäß dem Willen der Gottheit und nur darum geht es. So daß es der Gehorsam ist, der uns rechtfertigt.2) Es gibt eine Wahrheit und diese erfüllt das ganze Sein, der Mensch nähert sich dieser Wahrheit soweit an, bis er in ihr wieder ganz aufgeht. Solange er nicht völlig mit dieser Wahrheit übereinstimmt, gleicht er dem verlorenen Sohn und erst wenn er in der Wahrheit aufgeht, ist er mit dem Vater wieder gänzlich vereint.3) Der Mensch nähert sich nicht nur einem Ideal von sich, sondern kann über das, was ihm gegeben wurde, auch hinausgehen - dies würde bedeuten, daß es eine gänzliche Wahrheit gibt, die die Summe des Seins ausmacht. Der Mensch kann mit dem Vater an dieser Wahrheit teilnehmen, sie aber nie in der Summe erfassen wie Gott selbst, denn dies würde eine Einheit mit der Gottheit bedeuten, die den Rahmen jeglicher Mystik sprengen und in Hybris enden würde.Ein Gedanke zum Abschluß:Wenn der Mensch aber in irgendeiner Weise Teil der Wahrheit ist, dann ist er auch in irgendeiner Weise Teil der Gottheit.Wenn die Gottheit die Wahrheit ist und das Sein, dann ist alles Sein und alles wahre auch Teil der Gottheit und alles Unwahre ist kein Sein im eigentlichen Sinne, sondern nur ein Aufbegehren und würde enden, wenn man es gewähren ließe.

Rechtliches


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